Neujahr ist einer der Tage im Jahr, an dem ich mir absolut nichts vornehme. Ich mache wirklich nur das, was mir in den Sinn kommt – ohne zu hinterfragen, ob das jetzt einen bestimmten Zweck erfüllt, mich einem Ziel näherbringt oder mir einfach nur guttut.
Heute hat es mich nach draußen in meinen Garten gezogen. Ich bin herumgestreift und habe einfach auf mich wirken lassen, was ich sehe. Und ich habe tatsächlich Erstaunliches entdeckt: an einem meiner Haselsträucher sind schon junge frische Kätzchen zu sehen – recht früh für uns hier im Schwarzwald. Allein der Anblick war schon wie ein Versprechen auf Frühling…. 😉 Daneben hingen noch reife Haselnüsse vom vergangenen Herbst. Und da kam mir das in den Sinn:
Oft hört man ja, dass Altes weichen muss, damit Neues entstehen kann. Doch der Haselstrauch ist da anderer Ansicht: Ein Nebeneinander von Alt und Neu ist möglich – und beide haben ihren eigenen Wert. Die reifen Nüsse, die vielleicht noch von einem hungrigen Eichhörnchen entdeckt werden, bieten weiterhin Nahrung und Nutzen, während die jungen Kätzchen ein sichtbares Zeichen von Erneuerung und neuem Leben sind. Beides darf nebeneinander existieren, ohne dass eines das andere verdrängt.
Gleichzeitig erinnere ich mich natürlich an das Bild eines Glases aus meinem Silvester-Post, das erst geleert werden muss, bevor es neu befüllt werden kann (den kannst Du hier nachlesen). Dieses Bild steht aber eher für bewusste Entscheidungen: Manchmal ist es wichtig, sich aktiv von Altem und Verbrauchtem zu trennen, um Platz für Neues zu schaffen.
Der Haselstrauch zeigt eine andere, genauso wichtige Facette des Lebens: Altes und Neues können auch friedlich nebeneinander bestehen. Die Natur macht es uns vor, wie beides gleichzeitig seinen Platz und seinen Wert haben kann. Es sind zwei Perspektiven, die sich ergänzen: Manchmal braucht es das bewusste Loslassen, und manchmal dürfen wir das Alte würdigen, während das Neue sich entfaltet. Und das gilt für viele Lebensbereiche….
Ich fand es spannend, dass mir das heute, am Neujahrstag, am Übergang vom alten ins neue Jahr begegnet ist – und bekanntlich geschieht ja nichts ohne Grund…. 😉 Er erinnert mich auf jeden Fall daran, dass die Natur uns immer wieder lehrt, wie Vergehen und Erneuern zusammengehören. Der Herbst bringt den Rückzug, das Loslassen und das Reifen – und doch folgt darauf zuverlässig der Neubeginn im Frühjahr. Diese Kreisläufe wiederholen sich Jahr für Jahr, voller Beständigkeit und Vertrauen in den Fluss des Lebens.
Vielleicht wäre mir dieses kleine Naturphänomen entgangen, wenn ich nicht gelernt hätte, achtsam unterwegs zu sein. Wie oft laufen wir an solchen Wundern vorbei, weil unser Blick auf die To-Do-Listen oder die Gedanken im Kopf gerichtet ist? Achtsamkeit ist der Schlüssel, um solche Momente wahrzunehmen – Momente, die uns verbinden, inspirieren und innehalten lassen.
Es wollte einfach gesehen und mit der Welt geteilt werden….
Ich wünsche Dir einen wunderbaren Start in dieses neue Jahr – möge es voller solcher Momente sein, in denen sich Alt und Neu die Hand reichen und Du mit offenen Augen und offenem Herzen unterwegs bist. 🪴




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