🌿 Willkommen in meinem kleinen digitalen Kräutercafé. Hier gibt’s Wildkräuter, Naturwissen, gedankliche Streifzüge und kleine Pausen fürs bewusste Hinsehen. Kommunikation auf Augenhöhe – und Gedanken zum Mitnehmen, wie auf einem guten Flohmarkt. Stöber Dich durch. Nimm mit, was Dir guttut. Und den Rest lässt Du einfach hier… 🌱💚

„Oh Mann. Ich weiß seit 50 Jahren, wie man sich die Schuhe bindet. Nur mal so.“

Jemand erklärt Dir etwas.

Du hörst zu. Nickst. Bist innerlich schon drei Schritte weiter – und weißt längst, wie Du zum Ziel kommst. Du überlegst gerade nur noch, wie Du Deine Vorgehensweise am verständlichsten schilderst.

Du bemerkst diesen Blick von Deinem Gegenüber. Der Dir genau sagt, dass Du gerade in einer Schublade landest: „Ach je, die sagt nichts – die hat’s nicht verstanden.“ Bevor Du überhaupt einen Ton gesagt hast.

Und dann kommt der nächste Satz: „Ich erklär’s Dir nochmal.“ Oder: „Du kannst Dich auch an die und die wenden, die hilft Dir dann.“ Oder die Aufgabe wird einfach an jemand anderen delegiert…

Als ob Stille automatisch Leere bedeuten würde…

Im Gegenteil. Oft genug ist es einfach der äußere Ausdruck eines Denkprozesses. Statt unnötig drumrum zu reden, steckst Du die Energie in die Lösung der Aufgabe. Und weil Du gründlich bist und keine halben Sachen präsentieren möchtest, dauert das manchmal eben einen Moment.

Bei vielen Menschen passiert das Denken einfach innen, nicht laut und sichtbar für alle. Bei anderen ist das Sprechen das Denken. Das klingt dann nach Engagement, nach Tempo, nach Kompetenz. Auch wenn der Gedanke noch gar nicht fertig ist – und das Ergebnis noch Luft nach oben hat.

Leider wird Hörbarkeit gerne als Fähigkeit gedeutet – und Stille automatisch als Verständnislosigkeit.

Oft ist das nicht mal böse gemeint.

Die Person glaubt vermutlich wirklich, sie hilft. Sie erklärt, sie delegiert, sie bietet Alternativen an — aus ihrer Sicht ist das Fürsorge. Aber ungefragte Fürsorge ist eine stille Aussage darüber, was Du ihrer Meinung nach kannst — und was nicht.

Ohne Rückfrage, ohne abzuwarten, wird entschieden dass Du Hilfe brauchst. Und dann darfst Du den kompletten Parcours durchlaufen.

Dinge werden erklärt, die Du längst weißt. Dinge, bei denen Dein Gegenüber eigentlich auch weiß, dass Du sie weißt. Trotzdem. Schritt für Schritt. Als wäre es Dein erster Tag. Eben als müsste man Dir beibringen, Deine Schuhe zu binden.

Du stehst daneben – und fragst Dich, ob Du wirklich als DU wahrgenommen wirst. Eine unverwechselbare Person mit bestimmten Kenntnissen und Fähigkeiten. Oder als austauschbarer Irgendwer…

Und selbst falls das doch der Fall sein sollte – dann fehlt leider Zutrauen. Das Vertrauen, dass die andere Person schon weiß, was sie tut. Dass Stille kein Hilferuf ist und dass man da nicht eingreifen muss.

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Was ich mir wünsche, nennt sich Respekt. Das Interesse, wirklich wahrzunehmen, wer da vor einem steht. Was diese Person kann, was sie weiß. Was sie gerade denkt – und die Schublade einfach mal zuzulassen.



Meine NaturZeitRäume kannst Du natürlich auch sehr gerne verschenken: an jemanden, der Dir am Herzen liegt – oder Du tust Dir selbst auch mal etwas Gutes….. 💕

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Und nicht immer so, wie andere Dich gerne hätten.


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