Mittwochabend. Und ja: gestern ist kein Blogartikel erschienen – normalerweise Dienstag, Ihr wisst.
Und ja, es gibt einen Hintergrund zu der Geschichte:
Ich habe Urlaub. Diese und nächste Woche. Eigentlich die Zeit im Jahr, die mal ganz anders ist. Wo Du Dinge tust, die Dir Spaß machen. Wo Du mal fünf gerade sein lässt. Wo Du Dich auch mal treiben lässt und einfach in den Tag hinein lebst.
Mir ist gestern aber etwas aufgefallen: Egal ob ich Urlaub habe oder nicht – ich neige dazu, meine Tage zu strukturieren. Dinge zu bestimmten Zeiten zu tun. Irgendwie Ordnung ins Ganze zu bringen. Und meine Urlaubstage ähneln gerade verdächtig meinem üblichen Wochenend-Ablauf.
Relativ feste Zeiten, zu denen ich aufstehe. Erst ins Bad. Dann Kaffee. Dann Küche aufräumen. Dann ein bisschen an den PC. Gegen zwölf, halb eins eine Kleinigkeit essen. Danach gedanklich To-Dos sortieren, eine kurze Auszeit. Dann weiter im Text. So in etwa.
Das Gewohnheitstier ist voll in seinem Element. Nur: Das ist ziemlich genau das Gegenteil von dem, was Urlaub eigentlich sein sollte. Tapetenwechsel – egal ob räumlich oder in der Tagesplanung.
Räumlich ist das noch relativ einfach. Auch wenn Du’s trotzdem nicht unbedingt machst. Mal irgendwohin fahren, wo Du sonst nie hingehst. An den kleinen See um die Ecke. Auf die Waldwiese, auf der Du schon lange nicht mehr warst. Einkaufen im Nachbarort, der einfach nicht auf Deinem Weg zur Arbeit liegt. Krieg ich auch ab und zu hin…
Schwerer fällt mir tatsächlich etwas anderes: den Zeit-Takt beiseitezuschieben, der unseren Alltag bestimmt. Auf die Uhr schaue ich unglaublich oft am Tag. Mich von diesem Durchgetakteten zu lösen – das finde ich ganz ehrlich alles andere als einfach. Ich krieg da einfach die Kurve nicht zu: „Pfeif doch mal drauf – ist doch jetzt einfach mal egal…“
Und genau deshalb war mein erster Impuls: Oh Mist, Dienstag muss doch der Blogartikel raus. Dabei habe ich völlig übersehen, dass das nur Regeln sind, die ich mir selbst gesetzt habe. Klar, eine gewisse Verlässlichkeit braucht es. Aber die Welt geht jetzt, glaube ich, nicht unter, wenn mein Artikel einmal am Donnerstag erscheint statt am Dienstag. Auch wenn mein innerer kleiner Ute-Monk sofort einwirft: „Dann passt das aber nicht mehr zu Deinem üblichen Video, das sagt schließlich Dienstag“ 😇
Und falls Ihr mir das jetzt nachtragt: dumm gelaufen für mich…😉
Aber worum es mir gerade eigentlich geht: Routinen und Gewohnheiten sind in ihrem Kern eine gute Sache. Sie erleichtern uns das Leben und verhindern, dass wir unser Gehirn mit unnötigen Entscheidungen vollfrachten. Nur dürfen wir aufpassen, dass sie nicht die Oberhand gewinnen und zum Leitfaden werden, den wir nicht mehr hinterfragen.
Sonst hängen wir im „Schema F“ fest, das kaum Raum für anderes lässt. Und vielleicht fragst Du Dich beim nächsten Blick auf die Uhr oder den Kalender: Mach ich das gerade, weil es tatsächlich dran ist – oder nur, weil ich’s immer so mache? 🌿




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