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Wildes Genussabenteuer: selbstgemachte Löwenzahn-Kapern

Ein kleiner Ausblick in den Frühling….

Der Löwenzahn ist für mich eine echter Schatz der Natur und eines der spannendsten Wildkräuter, die ich kenne. Seine wertvollen Inhaltsstoffe, z.B. Bitterstoffe, Flavonoide, Mineralstoffe wie Calcium und Kalium unterstützen unsere Gesundheit auf vielfältige Weise. Alles an ihm nutzbar – Blätter, Blüten, Wurzel und auch die Stängel. Außerdem ist er einfach richtig schön…. Ich verwende ihn sehr oft – er ist zwar bitter, aber wenn man sich da langsam herantastet, gewöhnt man sich recht schnell daran. Und das lohnt sich, denn Bitterstoffe sind unglaublich wertvoll für unseren Stoffwechsel.

Dass man auch die Knospen nutzen kann, war mir neu – aber neugierig wie ich bin, habe ich das selbstverständlich sofort ausprobiert… Also erstmal raus in den Garten und eine frische Knospe geknabbert. Ich war ehrlich überrascht: das schmeckte richtig gut. Und als ich dann von der Idee hörte, diese Knospen wie Kapern einzulegen, war klar: das mache ich…

Für meine Löwenzahn-Kapern habe ich die Knospen sowohl in meinem Garten als auch auf möglichst ungedüngten, wenig bearbeiteten Wiesen gesammelt. Löwenzahn ist glücklicherweise oft in großer Menge vorhanden, sodass man beim Sammeln nicht so sehr zurückhaltend sein darf wie bei selteneren Pflanzen. Trotzdem gilt: immer darauf achten, nicht alles mitzunehmen und den Pflanzenbestand vor Ort zu schonen. Eine Faustregel, die mir sehr gut gefällt ist diese: „Der gute Sammler ist unsichtbar.“ Das heißt, man sieht am besten gar nicht, dass Du da gewesen bist…

Kapern, die man klassisch aus der mediterranen Küche kennt, sind ebenfalls eingelegte Blütenknospen – allerdings vom Kapernstrauch. Löwenzahn-Kapern sind eine regionale und nachhaltige Alternative, die zudem ganz neue Geschmackserlebnisse bietet. In den Knospen steckt die geballte Kraft der Pflanze: kompakt, würzig und voller Potenzial.

Und es ist tatsächlich ganz einfach, sie herzustellen…

Du brauchst:

  • So viele frische Löwenzahn-Knospen wie Du verarbeiten möchtest, am besten funktioniert es, wenn sie noch komplett geschlossen sind
  • Essig, ich habe naturtrüben Bio-Apfelessig verwendet, richte Dich einfach nach Deinem persönlichen Geschmack
  • Wasser
  • etwas Salz, wenn Du möchtest
  • etwas Rohrzucker oder Honig
  • Gewürze wie Pfefferkörner, Senfkörner, Nelken, Piment, Knoblauch, Zwiebel, wonach Dir der Sinn steht – Du darfst ruhig experimentieren

Zubereitung:

  1. Da ich meine Kräuter immer im eigenen Garten sammle oder an Plätzen, von denen ich weiß, dass nicht gespritzt und nicht gedüngt wird, wasche ich sie nicht. Denn dabei gehen immer schon Inhaltsstoffe verloren, die Kräuter ziehen Wasser und büßen an Knackigkeit ein.
  2. Anschließend fülle ich ein Weckglas oder Schraubglas bis zum Rand mit den Knospen.
  3. Als nächstes gebe ich Essig, Wasser und Gewürze in einen Topf, erhitze das Ganze und lasse es einmal aufkochen.
  4. Den heißen Sud gieße ich über die Knospen, bis sie komplett bedeckt sind. Das ist wichtig, damit kein Sauerstoff an die Knospen gelangen kann.
  5. Ich hatte letztes Jahr Weckgläser verwendet. Ich habe die Gummiringe einsetzt, die Gläser verschlossen und abkühlen lassen. Zur Sicherheit habe ich sie nach dem Abkühlen zusätzlich vakuumiert. Ich werde das Ganze dieses Frühjahr auch einmal mit Schraubgläsern versuchen – ähnlich wie beim Marmelade-Kochen. Wenn der Sud beim Einfüllen heiß genug ist, sollte es eigentlich reichen, um die Gläser luftdicht zu verschließen. Wenn Du die Löwenzahn-Kapern nicht lange aufbewahren, sondern gleich vernaschen möchtest wenn sie durchgezogen sind, reicht auch ein dicht schließendes Gefäß aus Glas. Auf jeden Fall bitte immer kühl und dunkel aufbewahren.
  6. Nach etwa zwei bis drei Wochen sind die Kapern durchgezogen und bereit zum Genießen.

Ich habe für den Anfang nicht viele Gewürze verwendet, um den Geschmack des Löwenzahns nicht zu überdecken, ein wenig Zucker und einige Senfkörner. Aber hier sind Deiner Fantasie wie gesagt keine Grenzen gesetzt!

Zu Silvester habe ich also ganz gespannt mein erstes Glas Löwenzahn-Kapern geöffnet und was soll ich sagen, das war sowas von lecker! Das Bittere ist fast völlig verschwunden, stattdessen schmecken sie zart-natürlich mit einer angenehmen säuerlichen Note. Für mich eignen sie sich perfekt als Alternative zu sauren Gurken: zum Vesper, in den verschiedensten Salaten, im Kräuterquark, auf einer Pizza, als Topping für Suppen, zum Raclette oder einfach so zum Naschen…

Zum Ausprobieren habe ich letztes Jahr nur zwei kleine Gläser voll von den Löwenzahn-Kapern gemacht – dieses Jahr werden es ganz sicher so einige mehr….. 😉💕



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2 Antworten zu „Wildes Genussabenteuer: selbstgemachte Löwenzahn-Kapern“

  1. […] Vorrat davon anzulegen. Möglichkeiten zum Haltbarmachen dazu gibt es viele – einige, wie Löwenzahn-Kapern oder Oxymel habe ich Dir auch schon vorgestellt. Was ich dieses Jahr mal ausprobiere: ich habe […]

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…darf sich auch meine Arbeit wandeln und entwickeln. All das, was ich so unheimlich gerne an andere Menschen vermittle, findet jetzt ein Zuhause unter einem gemeinsamen Dach:

Weil Deine Natur nicht Funktionieren ist – sondern Du selbst zu sein🌱

Und nicht immer so, wie andere Dich gerne hätten.

Ich renoviere und erweitere meine Kurse und sortiere meine Hexenküche neu. Wenn Du schon mal einen kleinen Einblick bekommen möchtest, was auf Dich wartet, dann komm doch einfach mal in meinem Uteversum vorbei – ein Klick auf das Bild bringt Dich direkt dorthin! 🌿