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Nein, es ist noch kein Löwenzahn… 😉

Fast könnte man meinen, der Löwenzahn blüht schon, wenn man es jetzt gelb leuchten sieht. Aus der Nähe sieht man aber ganz deutlich den Unterschied. Was da so wunderschön blüht jetzt im zeitigen Frühjahr, hat noch gar keine Blätter, die erscheinen erst nach der Blüte – und behindern so die Insekten nicht, die die Blüten bestäuben.

Eine der ersten Nahrungsquellen im Jahr für Bienen, Hummeln und Co. 🐝

Der Huflattich ist eine der blühenden Pflanzen, die sich im Übergang zum Frühling als erste zeigen. In tieferen Lagen kann man ihn schon ab Mitte Februar finden, bei mir hier oben meistens gegen Mitte/Ende März. Dieses Jahr ist er richtig früh dran – ich habe schon Ende Februar bei mir die ersten blühenden Pflanzen gefunden. Und wenn ich ihn sehe, dann weiß ich dass es jetzt nicht mehr lange dauert, bis es endgültig Frühling wird… 🌼

Vom Standort her bevorzugt er eher karge Flächen. Man findet ihn gerne an Wegesrändern, am Waldrand, oft auch auf dem Seitenstreifen an Straßen, auf Schuttplätzen, auf unbewachsenen Brachflächen. Bei mir wächst er auch aus einer Fuge zwischen zwei Pflastersteinen.

Botanisch gehört er zur Familie der Korbblütler, wie der Löwenzahn oder auch das Gänseblümchen.

Die Blüten schmecken lecker im Salat, als essbare Deko auf Gemüsepfannen, Nudelgerichten oder einfach so zum Naschen. Der Huflattich ist jetzt aber keine klassische Nahrungspflanze. Früher hat man die jungen Blätter wie Spinat zubereitet, die großen Blätter kann man ähnlich wie Weinblätter oder Kohlblätter füllen. Bevor es Kühlschränke gab, hat man sich die kühlende Wirkung der Blätter zunutze gemacht, um Butter frisch zu halten. Ich persönlich finde den Geschmack der Blätter nicht so interessant, ich nutze sie da tatsächlich eher als Tee.

Als Heilpflanze wird der Huflattich schon sehr lange genutzt. Die Kelten und Germanen kannten bereits seine Heilwirkung bei Husten – darauf weist auch sein lateinischer Name hin, Tussilago fafara – Tussis = lat. Husten. Die mittelalterlichen Kräuterkundige beschrieben seine Wirkung z.B. bei Bronchitis, zum Lösen von festsitzendem Schleim und bei Reizhusten zum Schutz der gereizten Schleimhäute. Auch bei Hautproblemen kann der Huflattich hilfreich sein.

Zubereitungen: Blüten und Blätter als Tee, Sirup, Tinktur – zur äußerlichen Anwendung als Absud oder Frischblatt-Umschlag.

Seine Inhaltsstoffe: Schleimstoffe, Gerbstoffe, Inulin, Phytosterole, Pyrrolizidinalkaloid, Mineralstoffe wie Zink und Kalium.

Wegen der Pyrrolizidinalkaloide wird er nicht mehr ganz vorbehaltlos genutzt. Im Tierversuch hat man festgestellt, dass diese Stoffe leberschädigend sein können. Erwähnenswert ist dabei allerdings, dass das Futter der Tiere zu 30-50 Prozent aus Huflattich bestand. Obendrein wurden sie wohl zwangsweise damit ernährt wenn sie das Futter verweigerten. Nur mal so: fast alle Heilpflanzen hätten in dieser hohen Dosierung unerwünschte Wirkungen – und hätte man den Tieren und der Natur den freien Willen gelassen, hätten sie wohl rechtzeitig die Notbremse gezogen…

Allgemein wird jedenfalls empfohlen, den Huflattich nicht mehr als sechs Wochen im Jahr zu nutzen. Da darf jeder für sich selber entscheiden wie er es halten möchte. Ich selber lasse mir die Blüten in der ohnehin recht kurzen Blütezeit gelegentlich schmecken und trockne sie (sodass ich ca. ein Marmeladenglas voll getrocknete Blüten habe) für Tee. Die Blätter nutze ich in der Küche jetzt nicht. Im Mai oder Juni sammle und trockne ich sie für meinen Teevorrat. Den Tee aus Blüten und/oder Blättern nutze ich dann bei Bedarf eher so für zwei bis drei Tage.

Abgesehen davon halte ich es mit Paracelsus: “ „Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, dass ein Ding kein Gift sei.“

Und auf jeden Fall finde ich den Huflattich einfach nur schön… 🌿



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