Was ich an dieser Zeit, gegen Ende Januar, so sehr mag, ist diese Aufbruchstimmung in der Natur. Die Tage sind schon so viel länger als vor vier Wochen. Die Sonne geht schon mehr als eine halbe Stunde später unter und es ist dementsprechend schon wesentlicher länger hell. Und wenn ich morgens das Haus verlasse, sehe ich schon den ersten Schimmer des Tageslichts und nicht mehr finstere Nacht. 🌄
Der Gesang der Vögel ist morgens wieder zu hören. In der Sonne ist es fast schon angenehm warm. Die Luft wird weicher. Und wenn man genau hinschnuppert, kann man manchmal schon den Duft von frischer Erde wahrnehmen.
Noch wird es eine Weile dauern, bis sich das erste frische Grün zeigt. Aber allzu lange müssen wir nicht mehr warten und auch an die Pflanzen für den Garten, die im Frühjahr gepflanzt werden wollen, darf man ja jetzt schon denken. 🌱
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Letztes Jahr hatte ich den Versuch gemacht, meine Pflanzen selber zu säen und vorzuziehen, um sie dann im Frühjahr draußen einzupflanzen. Sie haben wunderbar gekeimt, aber bei mir im Haus ist es leider zu kühl, als dass sie wirklich richtig ins Wachsen kommen. Denn da ich in einem freistehenden Haus wohne – und das im Schwarzwald – habe ich im Winter drinnen meistens Temperaturen etwa um die 16 Grad. Das reicht zwar zum Keimen, aber für ein wirkliches Wachstum leider nicht. Dazu bräuchte es dann doch eher um die zwanzig Grad…
Da ich aber selbst gezogenes Gemüse liebe und frisches Grün über den Winter doch schon ganz schön vermisse, probiere ich es jetzt mal mit Microgreens. Also mit dem Anbau Keimlingen, ähnlich wie die Kästchen mit Kresse, die man vielerorts kaufen kann. Oder eben auch wie die auf Watte oder Küchenkrepp selbstgezogene Kresse, die viele vielleicht noch aus Kindertagen als Experiment kennen… Und für meine Gartenpflanzen versuche ich es im Haus mit einem Mini-Gewächshaus und auch für draußen zum Weiterwachsen, bevor sie ins Beet können, habe ich mir eines zugelegt. Aber davon demnächst mehr…
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Heute geht es mir um etwas anderes. Darum dass die Menschen verlernt haben, auch das Gute, das Schöne, zu sehen. Dass der Blick automatisch auf das Negative geht. Und ja es gibt in dieser Welt schon so einiges, was einem die Laune gehörig verhageln kann, das will ich überhaupt nicht bestreiten.
Aber leider ist das Jammern irgendwie beinahe zur Kunst erhoben worden. Fast als wäre es schick, dass es einem nicht gut geht. Dass alles einfach nur unschön ist. Und das ist einfach nur so schade.
Ich sitze jetzt hier an meinem wunderbaren Arbeitsplatz mit Blick in den Garten, schaue auf meinen Vogelfutterplatz. Sehe dieses bunte Treiben und finde es einfach nur schön. Dieses Leben, diese Vielfalt. Und man kann förmlich sehen, wie sich diese kleinen Tierchen über das Futter freuen. Und ich bin fest überzeugt davon, dass sie auch dankbar sind, diese Futterstelle zu haben. Heute Nachmittag war es warm genug, um das Fenster für eine Stunde offen lassen zu können – und ich habe es so genossen, dass endlich wieder richtig frische Luft in den Raum kam (nicht nur vom Kurz-Lüften bei Minusgraden… 🥶)
Das heißt jetzt auch nicht, dass ich nicht so ein paar Baustellen hätte. Dass es da nicht so ein paar Dinge gäbe, die ich jetzt wirklich nicht haben müsste.
Ich weiß aber auch, dass ich die Energie dafür, diese Baustellen zu bewältigen, nicht finden werde, wenn ich nur noch den Fokus darauf, auf das Negative habe. Denn die Energie, auch unsere Kraft und Kreativ-Energie, folgt der Aufmerksamkeit. Das heißt, wenn ich mich auf das Negative konzentriere, die Probleme immer nur um und um wälze, die Gedanken ständig darum kreisen lasse, dann raubt mir das Energie, dann wird mein Akku immer schwächer. Das können wir gar nicht vermeiden, genauso wenig, wie an einen blauen Elefanten zu denken, wenn wir hören: „Denke nicht an einen blauen Elefanten…“ 😉
Wenn ich also im Gegenzug meinen Blick, meinen Fokus, meine Aufmerksamkeit darauf richte, was in meinem Leben gut ist, was schön ist, was funktioniert, was klappt – dann lässt mich das zum einen durchatmen und zum anderen die Kraft finden, meine Baustellen aktiv und produktiv anzugehen.
Und das können auch Kleinigkeiten sein. Ein weicher Kuschelpulli an kalten Tagen. Der Duft von frisch gebrühtem Kaffee, der durchs Haus zieht. Humorvolle Gespräche am Arbeitsplatz. Dein Auto ist heil durch den TÜV gekommen. Dass dein Lieblingsbäcker auf deinem Weg zur Arbeit liegt. Die Mittagspause in der Sonne.
Was immer dir Freude und Energie schenkt…

Es geht nicht darum, sich die Dinge schön zu reden. Unsere Herausforderungen sind real – sie verdienen es auch, ernst genommen zu werden.
Aber lasst sie einfach nicht zum zentralen Mittelpunkt werden. Denn dazu gibt es einfach viel zu viel Schönes um uns herum. Und dazu brauchen wir einfach nur unsere fünf Sinne einzusetzen – die Natur lädt uns dazu doch geradezu ein. Mit dem Blau des Himmels, dem Gesang der Vögel, dem Duft blühender Blumen, dem Geschmack von reifem Obst und Gemüse, dem Gefühl von frischem Gras unter nackten Füßen…
Und es wird nicht mehr lange dauern, bis sich Natur wird sich wieder am kompletten Farbkasten bedienen wird und aus dem Vollen schöpft. Ich jedenfalls freue mich darauf… 😉🌳🌹🌼






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