Jahresanfang ist ja immer so die klassische Gute-Vorsätze-Zeit. Und wo man hinschaut ist alles voll mit guten Tipps und Ratschlägen, wie man seine Vorsätze oder seinen Wunsch nach Veränderung tatsächlich dauerhaft umsetzen kann. Und gerne gibt es dann auch gleich jede Menge Vorschläge, was man denn ändern oder in Angriff nehmen könnte oder sollte. Gesünder essen, mehr Sport machen, weniger am Handy hängen, endlich Ordnung halten, gelassener werden. Die Liste ist lang. Und dann denken wir meistens automatisch: „Ja stimmt, ich sollte wirklich mal…“
Und nein: ich lade Dich jetzt nicht auch noch ein, endlich eine Veränderung in Angriff zu nehmen.
Ich lade Dich ein, erst einmal zu beobachten. Denn dass viele Vorsätze dann letzten Endes doch scheitern, liegt nicht an Deinem Willen oder Deinem fehlenden Willen und nicht daran dass Du zu wenig Disziplin hast.
Sondern oft daran, dass der Vorsatz, den Du umsetzen willst, einfach nicht wirklich DEINER ist.
Viele Vorsätze entstehen aus einem Druckmoment – nicht aus einem inneren Wunsch
Vielleicht hast Du etwas gelesen, gesehen, gehört – und gedacht: „Stimmt, das sollte ich auch mal machen.“
Doch das, was in einem anderen Leben Sinn macht, passt nicht automatisch in Deines.
Manche Vorhaben entstehen aus dem Gefühl, nicht gut genug zu sein. Aus dem Wunsch, jemand anderem zu gefallen. Aus der Hoffnung, endlich „richtig“ zu werden.
Dabei geht es aber mehr darum uns selbst zu optimieren, um die Erwartungen vom Außen zu erfüllen – und nicht darum dass es uns durch eine Veränderung besser geht.
Also lassen wir unsere wirklichen Bedürfnisse komplett außen vor, oft auch weil wir sie noch gar nicht kennen.
Beobachten statt gleich verändern wollen
Bevor Du also Deinen Alltag umkrempelst:
Drück mal auf Pause. Schau hin. Sei ehrlich mit Dir.
- Was genau stört Dich an Deiner jetzigen Situation?
- Wo möchtest Du denn hin?
- Ist das, was Du Dir vornimmst, wirklich Dein Wunsch?
- Oder erfüllst Du nur Erwartungen?
- Und vor allem: Passt das, was Du vorhast, überhaupt in Dein Leben?
Was immer Du Dir an Veränderung in Deinem Leben wünschst, eines ist dabei so wichtig: es muss zu Deinen aktuellen Lebensumständen passen – zu Deiner Energie, Deiner Zeit, Deiner familiären oder beruflichen Realität. Denn nur was wirklich zu Dir passt, wird auf Dauer Bestand haben. 🌿
Du darfst dir also erlauben, nicht sofort aktiv zu werden – sondern Du darfst erst mal verstehen, wie Du tickst, was Dir entspricht und was auch nicht.
- Wann fühlst Du Dich wohl?
- Wann spürst Du Freude oder Leichtigkeit?
- Was gibt Dir Energie – und was raubt sie Dir?
Diese kleinen, oft unspektakulären Beobachtungen sind der beste Ausgangspunkt für echte, nachhaltige Veränderung. Und die beginnt eben nicht mit einem Plan sondern mit einem Blick nach innen.
Und dann kann etwas ganz anderes entstehen als ein typischer Neujahrs-Vorsatz – ein leiser, aber kraftvoller Wunsch, dem Du folgen willst – weil er aus Dir selbst kommt. 🌱





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