🌿 Willkommen in meinem kleinen digitalen Kräutercafé. Hier gibt’s Wildkräuter, Naturwissen, gedankliche Streifzüge und kleine Pausen fürs bewusste Hinsehen. Kommunikation auf Augenhöhe – und Gedanken zum Mitnehmen, wie auf einem guten Flohmarkt. Stöber Dich durch. Nimm mit, was Dir guttut. Und den Rest lässt Du einfach hier… 🌱💚

Aus meiner Hexenküche – Zauberhaftes für die Erkältungszeit

Nachdem wir hier im Schwarzwald vorgestern allen Ernstes den ersten Nachtfrost(!) hatten, sind wir dieses Jahr wohl schon sehr früh in der Erkältungszeit angekommen… 🥶🤧

Deshalb habe ich Euch drei meiner liebsten Rezepte aus meiner Hausapotheke mitgebracht. Der übliche Hinweis: Wie immer teile ich mit Euch dabei nur, was ich selber für mich verwende und wie – es sind keine medizinischen Empfehlungen und Aussagen über die Heilwirkung. 😉🌿


Einer meiner Lieblinge ist das Feueroxymel. Das ist im wahrsten Sinne des Wortes eine scharfe Waffe im Kampf gegen Erkältungen, Atemwegserkrankungen und Co. Traditionell wird er aus Apfelessig, Honig und scharf schmeckenden Zutaten hergestellt.

Der Begriff Oxymel stammt ursprünglich aus dem Griechischen (oxos=Essig und mel=Honig) und bedeutet so viel wie „saurer Honig“. Einer Grundmischung aus Apfelessig und Honig werden verschiedene Kräuter zugegeben, anschließend lässt man das Ganze mindestens 2-3 Wochen stehen, damit sich die Wirkstoffe aus den Kräutern lösen können.

Im Feueroxymel kommen statt Kräutern scharfe Zutaten zum Einsatz – Du kannst dabei nutzen, was Deine Küche davon hergibt: Chilischoten, Knoblauch, frischen Meerrettich, frischen Ingwer, Zwiebeln, Pfefferkörner, Senfkörner, Kapuzinerkresse…. Hauptsache scharf…. 🌶️😉

🌶️ Scharfstoffe – natürliche Helfer bei Erkältung und Infektabwehr

Scharfstoffe bringen nicht nur Feuer in die Küche, sondern auch Bewegung in den Körper. Sie regen die Durchblutung der Schleimhäute an und fördern so deren Abwehrkraft: Viren und Bakterien haben es schwerer, sich festzusetzen, weil die Schleimhaut besser durchblutet, befeuchtet und regenerationsfähig bleibt. Außerdem wirken viele Scharfstoffe – etwa aus Meerrettich, Ingwer, Pfeffer oder Knoblauch – antibakteriell und antiviral, teils sogar nachweislich gegen bestimmte Erkältungsviren. Ihre reizende Wirkung aktiviert Nervenrezeptoren, was zu einer vermehrten Sekretbildung in Nase und Bronchien führt – der Schleim löst sich, Husten und Schnupfen klingen schneller ab. Dass die Nase anfängt zu laufen und die Augen leicht feucht werden, wenn Ihr Feueroxymel nehmt, ist also sehr erwünscht und förderlich… 😉Gleichzeitig wärmen Scharfstoffe von innen, was den Stoffwechsel anregt und das Immunsystem in Schwung bringt. Kurz gesagt: Scharfstoffe helfen dem Körper, sich selbst zu helfen – sie öffnen, lösen, aktivieren und stärken.

Hier mal eine kleine Übersicht, was für Scharfstoffe es so gibt: 🌿

StoffgruppeTypische PflanzenCharakter der Schärfe
SenfölglykosideRettich, Kresse, Senfstechend, flüchtig
CapsaicinoideChili, Cayennebrennend, anhaltend
PiperinPfefferwarm, rund
GingeroleIngwer, Galgantwärmend, angenehm
AllicinKnoblauch, Zwiebelbeißend, flüchtig
Ätherische ÖleThymian, Nelke, Zimtaromatisch-scharf

Ich verwende Feueroxymel am liebsten pur, weil dann die scharfen Inhaltsstoffe am direktesten wirken können. Je nachdem, wie scharf Du die Mischung angesetzt hast, oder je nachdem, wie viel Schärfe derjenige verträgt, der das Oxymel nutzt, kann es auch mit ein wenig warmem Wasser verdünnt eingenommen werden.

Die Zubereitung ist tatsächlich denkbar einfach. Ich habe Euch als Orientierung Mengenangaben dazugeschrieben, aber Ihr bei der Zusammensetzung sehr frei. Beim Verhältnis von Honig und Essig gibt es die unterschiedlichsten Varianten – das reicht von 3 Teile Honig auf 1 Teil Essig bis zur Mischung 1:1. Je mehr Honig, desto milder der Geschmack. Mit Kräutern angesetztes Oxymel lässt sich auch super in der Salatsoße einsetzen – und da ist es eher praktisch, wenn das Oxymel etwas saurer ist. Wenn Ihr mich also fragt, was am besten ist: es kommt darauf an… 😉

  • 200 ml Apfelessig (roh und ungefiltert)
  • 100 ml Honig (idealerweise regional und naturbelassen)
  • 1 Zwiebel (fein gehackt)
  • 3 Knoblauchzehen (zerdrückt)
  • 1 Stück Ingwer (ca. 5 cm, in Scheiben oder gerieben)
  • 1 Stück Meerrettich (ca. 5 cm, fein gerieben)
  • 1 frische Chili (je nach Geschmack, in Ringe geschnitten)
  • 1 TL Kurkumapulver (oder ein kleines Stück frische Kurkumawurzel)
  • 1 Prise schwarzer Pfeffer (aktiviert das Kurkumin in der Kurkuma)
  • Optional: 1 TL getrocknete Kräuter wie Thymian oder Rosmarin

Du brauchst nicht zwingend alle diese Zutaten – obwohl das natürlich optimal ist. Zur Not kannst Du ein Notfall-Oxymel auch mal nur mit Zwiebeln und Knoblauch herstellen.

Zubereitung

  1. Essig und Honig mischen: Gib den Apfelessig und den Honig in ein großes Schraubglas und rühre gut um, bis sich der Honig im Essig aufgelöst hat.
  2. Zutaten hinzufügen: Gib die vorbereiteten Zutaten (Zwiebel, Knoblauch, Ingwer, Meerrettich, Chili, Kurkuma, Pfeffer und ggf. Kräuter) in die Essig-Honig-Mischung.
  3. Durchziehen lassen: Verschließe das Glas gut und lasse die Mischung an einem kühlen, dunklen Ort mindestens 2 Wochen ziehen. Schüttle das Glas einmal täglich, damit sich die Wirkstoffe besser verteilen.
  4. Abseihen: Nach der Ziehzeit seihe die Mischung durch ein feines Sieb oder ein Mulltuch ab und fülle das fertige Oxymel in eine saubere Flasche. So hält es sich mehrere Monate.

Wenn ich merke, dass es im Hals kratzt und sich da etwas ankündigt, nehme ich gleich einen Esslöffel pures Oxymel und unterstütze den Heilungsprozess anschließend mit 3-mal täglich einem weiteren Esslöffel.


Da Hustensirup aus der Apotheke neben wirksamen Inhaltsstoffen auch jede Menge eigentlich unnötige Füllstoffe enthält, mache ich meinen lieber selbst. Thymian schmeckt nicht nur lecker, sondern steckt auch voller Kraft.

🌿 Thymian (Thymus vulgaris)

Pflanzenfamilie: Lippenblütler (Lamiaceae)
Verwendete Pflanzenteile: Blätter und blühende Triebspitzen
Hauptinhaltsstoffe: Ätherisches Öl mit Thymol und Carvacrol, Flavonoide, Gerbstoffe, Bitterstoffe
Wirkung: stark antibakteriell, antiviral, auswurffördernd, krampflösend, entzündungshemmend
Anwendung: bei Husten, Bronchitis, Heiserkeit, Entzündungen im Mund- und Rachenraum, Magen-Darm-Beschwerden
Zubereitung: als Tee, Sirup, Honig, Tinktur oder Dampfinhalation
Besonderheit: Thymian wirkt gleichermaßen auf Körper und Seele – er klärt, wärmt, stärkt und schenkt neue Kraft bei Erschöpfung. Sein Name stammt vom griechischen thýmos, was „Lebenskraft“ bedeutet – und genau das bringt er in die kalte Jahreszeit zurück. 🌞

Thymian- oder anderer Kräuterhonig ist schnell angesetzt:

  • Du befüllst ein ausgekochtes Marmeladenglas oder Weckglas (dann die Gummidichtung nicht vergessen) ungefähr zur Hälfte mit frischem, zerkleinertem Thymian. Wenn Du keinen im Garten hast oder zu kaufen bekommst, kannst Du auch getrockneten verwenden – dann füllst Du das Glas ca. zu einem Viertel.
  • Dann füllst Du das Glas mit flüssigem Honig auf. Wenn er zu fest ist, erwärme ihn leicht im Wasserbad, bis er sich gießen lässt. Achte dabei darauf, dass alle Pflanzenteile bedeckt sind.
  • Das gut verschlossene Glas stellst Du an einen kühlen und dunklen Ort und lässt es 4-6 Wochen ziehen. Schüttele es dabei am besten täglich leicht, damit das Kraut mit Honig bedeckt bleibt und sich die Inhaltsstoffe optimal lösen können.
  • Danach filterst Du den fertigen Thymian-Honig durch ein feines Sieb in ein dunkles Schraubglas. Kühl und dunkel gelagert hält sich diese Zubereitung mehrere Monate.

Den Thymian-Honig kannst Du pur teelöffelweise einnehmen oder zum Süßen Deines Tees verwenden. Bei Erkältung ist gesüßter Tee (aber sonst nicht…) von Vorteil, da er die Sekretion in den oberen Atemwegen anregt. Die Schleimhäute werden besser befeuchtet und die Süße kann gereizte Schleimhäute beruhigen – ähnlich wie beim Lutschen eines Bonbons.


Ein tolles Mittel, wenn Du im wahrsten Sinne des Wortes die Nase voll hast. Handlich und praktisch, um es bei Dir zu tragen, wenn Du es brauchst. Einfach dran schnuppern und es kann seine Wirkung entfalten… ♨️🌿

Wie der Name sagt, ist die Hauptzutat Salz. Salz ist weit mehr als ein Küchengewürz – es hat eine lange Tradition als natürliches Heilmittel für die Atemwege. Seine feinen Kristalle binden Feuchtigkeit aus der Luft, wodurch beim Einatmen ein leicht salzhaltiger Dampf entsteht, der die Schleimhäute befeuchtet und abschwellend wirkt. Das lindert das typische Brennen und Trockenheitsgefühl bei Erkältung. Gleichzeitig wirkt Salz leicht desinfizierend und sekretlösend – es hilft, zähen Schleim zu verflüssigen und erleichtert so das Atmen.

Dazu kommen ätherische Öle. Sie sind die konzentrierte Lebenskraft einer Pflanze – flüchtige, hochwirksame Stoffe, die sie zum Schutz, zur Heilung und zur Kommunikation mit ihrer Umwelt bildet. Gelangen diese Moleküle über die Nase in den Körper, entfalten sie über die Atemwege ihre physiologische Wirkung: sie können Keime hemmen, die Durchblutung fördern, Entzündungen lindern oder die Atmung erleichtern.

Das Riechsalz kombiniert die wertvollen Wirkungen von Salz und ätherischen Ölen. Das Salz bildet die perfekte Basis für ätherische Öle: es stabilisiert ihre flüchtigen Bestandteile, konserviert sie natürlich und verteilt den Duft gleichmäßig. So vereint sich die reinigende, klärende Kraft des Salzes mit der lebendigen Pflanzenenergie der ätherischen Öle – eine kleine, wirksame Atemhilfe ganz ohne Chemie. 🌬️💧🌿

Du brauchst:

  • ein sauberes kleines Braunglas-Fläschchen (ca. 20 ml) mit Schraubverschluss – zur Not tut es auch ein Klarglas-Fläschchen, allerdings kann das UV-Licht eher schaden.
  • hochwertiges Salz (Meersalz, Himalaya-Salz, Totes-Meer-Salz)
  • ätherische Öle: Ich nehme Eukalyptus, Pfefferminze, Tanne oder Fichte, Thymian, Kampfer, eventuell Zitrone oder Orange.
  • Das Fläschchen befüllst Du zu ca. 3/4 mit dem Salz. Dann gibst Du vorsichtig die ätherischen Öle dazu.
  • Verschließe das Ganze und schüttele es, damit sich Salz und ätherische Öle gut mischen können.

Das verschlossene Riechsalz ist mindestens mehrere Monate haltbar. Bei Bedarf riechst Du einfach an dem offenen Fläschchen, taste Dich vorsichtig an den für Dich passenden Abstand heran. Achte darauf, das Riechsalz immer gut verschlossen zu halten, damit sich die ätherischen Öle nicht verflüchtigen und es keine Feuchtigkeit zieht.


Vielleicht ist jetzt genau der richtige Moment, um Deiner Hausapotheke ein natürliches Upgrade zu gönnen – mit Zutaten, die Du selbst in der Hand hast. Es braucht nicht immer Tabletten und Co. Vieles, was Dein Körper zur Unterstützung braucht, wächst direkt vor Deiner Nase – oder steht längst in Deiner Küche. Probier’s aus. Je mehr wir selbst machen, desto weniger brauchen wir aus der Apotheke. 🌿💚



Hier geht’s zu meinem Newsletter 🪴

Meine NaturZeitRäume kannst Du natürlich auch sehr gerne verschenken: an jemanden, der Dir am Herzen liegt – oder Du tust Dir selbst auch mal etwas Gutes….. 💕

Eine Antwort zu „Aus meiner Hexenküche – Zauberhaftes für die Erkältungszeit“

  1. […] Möglichkeiten zum Haltbarmachen dazu gibt es viele – einige, wie Löwenzahn-Kapern oder Oxymel habe ich Dir auch schon vorgestellt. Was ich dieses Jahr mal ausprobiere: ich habe frische […]

    Like

Hinterlasse einen Kommentar

…darf sich auch meine Arbeit wandeln und entwickeln. All das, was ich so unheimlich gerne an andere Menschen vermittle, findet jetzt ein Zuhause unter einem gemeinsamen Dach:

Weil Deine Natur nicht Funktionieren ist – sondern Du selbst zu sein🌱

Und nicht immer so, wie andere Dich gerne hätten.

Ich renoviere und erweitere meine Kurse und sortiere meine Hexenküche neu. Wenn Du schon mal einen kleinen Einblick bekommen möchtest, was auf Dich wartet, dann komm doch einfach mal in meinem Uteversum vorbei – ein Klick auf das Bild bringt Dich direkt dorthin! 🌿