Wann hast Du das letzte Mal einfach so ein Blatt in die Hand genommen? Nicht, um es zu bestimmen oder um es zu posten – oder einfach abzureißen – sondern nur, um es zu fühlen?
Vielleicht kennst Du das: Du hältst plötzlich inne. Da ist ein leiser Duft, eine Struktur unter Deinen Fingern, die Dich berühren. Nicht spektakulär. Aber echt. Und irgendwie… erinnernd.
Viele Menschen spüren dieses Ziehen – eine leise Sehnsucht nach etwas, das ihnen fehlt. Oft können wir es nicht benennen. Nur fühlen: Dass etwas verloren ging. Ein leiser Faden. Eine Verbindung.
Wie wir den Kontakt zur Natur verlieren – ohne es zu merken
Es geschieht selten mit Pauken und Trompeten. Meist ist es ein langsames Abdriften. Die Natur wird zur Kulisse – beim Joggen, beim Gassi-Gehen, beim Wandern mit Selfie-Stopp. Doch echte Begegnung? Die wird rar.
Unsere Welt ist funktional geworden. Wir brauchen die Natur scheinbar nicht mehr – zumindest nicht zum Überleben. Wärme kommt aus der Heizung. Essen aus dem Supermarkt. Beruhigung aus dem Smartphone. Und die Natur? Sie ist schön. Aber sie stört auch oft. Sie ist unbequem, unplanbar, unberechenbar. Und damit schwer kompatibel mit unserem Alltag.
Was dabei verloren geht
Mit der Natur verlieren wir auch ein Stück von uns selbst. Denn wir sind Natur. Unser Körper, unser Rhythmus, unsere Sinne – sie stammen nicht aus der Cloud. Sie brauchen Erde, Luft, Sonne und Regen, die Jahreszeiten. Alles, was uns am Leben erhält, stammt im Ursprung aus der Natur – wenn mittlerweile auch zu oft über zahlreiche Umwege. Und genau das rückt immer weiter aus unserem Bewusstsein.
Vielleicht kennst Du dieses Gefühl von innerer Leere, obwohl Dein Kalender voll ist. Innere Abwesenheit trotz Netflix und Social Media. Von „irgendwas fehlt“, obwohl alles da ist.
Dieses Gefühl hat vielleicht weniger mit äußerem Mangel zu tun als mit innerer Entfremdung – von unserem Ursprung.
Wildpflanzen können uns wieder daran erinnern
Weil sie da sind. Immer. Still. Beständig. Und voller Charakter.
Wenn Du einmal in Dich hineinspürst, während Du draußen unterwegs bist – nicht gerade beim Shopping in der Innenstadt, sondern mit Natur um Dich herum… 😉- wirst Du merken: Es wird ruhiger. Du gehst unwillkürlich langsamer, aufmerksamer. Du nimmst intensiver wahr, Du atmest tiefer. Das ist kein Hokuspokus. Das ist Biologie. Und Erinnerung – denn Dein Nervensystem weiß es besser als Dein Kopf.
Wildpflanzen – ein Baum, ein Moospolster oder ein Naturgegenstand wie ein Kieselstein – können kleine Anker sein. Nicht nur zur Natur, sondern auch zu uns selbst. Sie holen uns zurück, wenn wir uns auf sie einlassen. Wenn wir zulassen, dass sie etwas in uns auslösen – und uns wieder an ihnen erfreuen.
Du musst Dein Leben nicht komplett umkrempeln, um zurückzufinden
Vielleicht setzt Du Dich einfach mal an den Wegesrand und betrachtest ein Blatt. Vielleicht lässt Du Dich einmal nur von der Neugier leiten und nicht von der Uhr, wenn Du draußen bist. Vielleicht lässt Du einfach auf Dich wirken, was Du wahrnimmst, ohne sofort Antworten zu wollen. Nimm die Natur einfach wieder als das wahr, was sie immer war: einen Lebensraum, einen Partner, einen Verbündeten – kein hübsches Mittel zum Zweck. 💚
Ein Impuls zum Mitnehmen
Geh bald mal wieder aus. Ohne Freizeitprogramm und Schrittzähler, sondern einfach nur so – um der Natur zu begegnen.
Lass Dich von dem führen, was Dich ruft. Vielleicht ist es eine Pflanze. Vielleicht ein Duft. Vielleicht einfach ein Gefühl oder eine Erinnerung. Beobachte, was in Dir vorgeht, was sich verändert – was Du fühlst.
Und wenn Du magst, sprich innerlich: „Ich bin wieder da. Lass uns gemeinsam weitergehen.“ 🌱🌿





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