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Löwenzahn-Ostern

Nicht nur Bärlauch hat momentan Hochkonjunktur, auch ein anderes Wildkraut, das wirklich jedes Kind kennt, gibt es jetzt in allen Stadien, die sich zur Verarbeitung lohnen: den Löwenzahn.
Für die einen leider nur ein lästiges „Unkraut“ ( zu diesem Thema lies gerne auch hier), in Wirklichkeit aber eine wirkungsvolle und leckere Schönheit – mit ihren filigranen Blüten und den einzigartigen Blättern.

Ich weiß, so manchem fällt es nicht leicht, sich von der gängigen Ansicht zu lösen – aber ich verspreche Dir, es lohnt sich!

Nicht nur für Bienen eine beliebte Futterquelle… 😉


Vom ungeliebten Gartenbewohner zum Küchenliebling

Der Löwenzahn ist eine dieser Pflanzen, die so vieles vereint, was uns heute gut tun kann: Widerstandskraft, Geschmack, wertvolle natürliche Inhaltsstoffe wie Bitterstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe, Mineralien, die herrlich fröhliche gelbe Farbe der Blüten – und eine Portion Lebensfreude, die sich nicht unterkriegen lässt… 💕

Was viele nicht wissen: Fast alle Teile des Löwenzahns sind essbar – von der Wurzel bis zur Blüte. Und vor allem die jungen Knospen und Blätter eröffnen ganz neue Geschmackshorizonte.

Die Osterfeiertage habe ich deshalb dazu genutzt, mich diesem wundervollen Pflänzchen zu widmen. Ich nehme Dich mal mit in meine „Hexenküche“…


Kleine Pflanze, große Wirkung – Was der Löwenzahn für Deinen Körper tun kann

Löwenzahn ist nicht nur kulinarisch spannend, sondern auch ein kleines Gesundheitskraftwerk. In seinen Blättern, Wurzeln und Blüten stecken zahlreiche Bitterstoffe, Flavonoide, Vitamine (vor allem A, C und K) sowie Mineralstoffe wie Kalium, Magnesium und Eisen. Besonders die Bitterstoffe regen Leber und Galle an, fördern die Verdauung und können dabei helfen, den Stoffwechsel wieder in Schwung zu bringen. In der traditionellen Pflanzenheilkunde hat der Löwenzahn seit Jahrhunderten seinen festen Platz.

Was ich besonders schön finde: Löwenzahn ist ein Kraut mit Charakter. Eines mit Ecken und Kanten – das nicht gefallen will, sondern einfach da ist. Wild, ehrlich, unangepasst. Er ist einfach er selbst. Und er schmeckt, wie er wirkt: ein bisschen herb, ein bisschen süß, voller Energie.

Manchmal ist genau das die Qualität, die uns fehlt – in einer Welt, die oft auf Süßes, Mildes und Gefälliges ausgerichtet ist. Löwenzahn erinnert uns daran, dass auch das Kräftige, das Erdige und das Ungeglättete seinen Platz hat – auf dem Teller und im Leben.


Das habe ich daraus gemacht 😋

Löwenzahnsalz – Würze mit Wildcharakter

Du brauchst:

  • frische Löwenzahnblüten, nur die gelben Teile (ist ein bisschen Zupfarbeit, aber das wird farblich richtig belohnt)
  • die gleiche (Volumen)Menge grobes Meersalz, Steinsalz, oder ein anderes hochwertiges Salz – bitte kein Kochsalz mit Riesenhilfe oder ähnlichen Zusätzen!

So geht’s:
Die gezupften Blüten mit dem Salz in einen Mixer geben oder im Mörser zerstoßen. Ich persönlich mache es mir da das Leben etwas leichter und nehme den Mixer. Das tut der Qualität keinen Abbruch. Aber mit dem Mörser ist das Ganze natürlich erheblich meditativer, das kann sich auch lohnen…

Das Gemisch verteile ich auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech und lasse es an einem warmen (vor allem trockenen!) Ort 1-2 Tage trocknen. Das geht auch im Backofen oder Dörrautomaten bei max. 40 °C, das dauert je nach Feuchtigkeitsgehalt der Masse unterschiedlich lange – wenige Stunden können schon ausreichen. Am besten genau wie bei der Methode mit dem Backblech zwischendurch kontrollieren.

Das getrocknete Salz nochmal fein mahlen (das geht sehr gut in einer elektrischen Kaffeemühle) und in ein Schraubglas füllen.
➡ Passt wie normales Salz einfach überall


Löwenzahnkapern – die wilden Kleinen

Du brauchst:

  • so viele geschlossene Löwenzahnknospen wie Du möchtest, für ein kleines Glas brauchst Du etwa eine Handvoll
  • 1 TL hochwertiges Salz (wenn Du möchtest)
  • Apfelessig, am besten in Bio-Qualität. Es geht aber auch jeder andere Essig, ganz nach Deinem Geschmack
  • Honig oder Zucker (wenn und wie viel Du möchtest)
  • Gewürze (z.B. Senfkörner, Pfefferkörner, Lorbeer), Kräuter, Zwiebeln, Knoblauch, da darfst Du Deiner Fantasie freien Lauf lassen

So geht’s:
Knospen waschen (allgemein empfohlen, aber natürlich werden dabei auch schon wasserlösliche Inhaltsstoffe ausgewaschen. Daher verwende ich sie, wenn ich sie aus meinem Garten oder von anderen guten Sammelstellen habe einfach so), trocken tupfen und in heiß ausgespülte Schraub- oder Weckgläser geben.

Den Essig mit den Gewürzen, Kräutern usw. aufkochen und noch heiß in die Gläser mit den vorbereiteten Löwenzahnknospen füllen.
Die Gläser gut verschließen und kühl lagern. Durch die heißen Gläser und den heiß eingefüllten Essig bildet sich beim Abkühlen ein Vakuum, das die Deckel der Gläser fest anzieht und sie fest verschließt.

Vor dem Genießen lässt Du die Löwenzahnkapern mindestens eine Woche durchziehen, je länger sie ziehen dürfen, desto besser können die Aromen sich entfalten.

Sie passen überall da, wo Du auch saure Gurken verwenden würdest, sie schmecken aber auch einfach so aus dem Glas super lecker…

Zur Haltbarkeit: die gängige Empfehlung ist bei kühler Lagerung ca. 3 Monate. Das ist nach meiner Erfahrung aber eher die untere Grenze. Ich habe Anfang des Jahres das letzte Glas vom vorigen Frühjahr aufgemacht und alles war einwandfrei. Da darf jeder für sich selbst entscheiden…

Es gibt da auch schon einen Artikel dazu…


3. Bärlauch-Löwenzahn-Öl – Frühling in der Flasche

Du brauchst:

  • Bärlauch
  • die gleiche Menge Löwenzahnblüten (die gelben Blütenblätter, das lohnt sich für die Farbe…)
  • so viel Olivenöl (oder ein anderes hochwertiges Öl Deiner Wahl), bis Du die gewünschte „Flüssigkeit“ des Gemisches erreicht hast, da darfst Du für Dich selber experimentieren
  • eventuell etwas hochwertiges Salz oder Pfeffer, muss aber nicht sein

So geht’s:
Bärlauch gegebenenfalls (siehe oben) waschen, trocknen, und zusammen mit den Löwenzahnblüten und dem Öl in einem Standmixer oder mit dem Pürierstab in einem geeigneten Gefäß 4-5 Minuten gründlich mixen.

Die Mischung in ein geeignetes Glasgefäß geben und 1-2 Tage durchziehen lassen.

Nicht wundern, das Gemisch hat vor dem Abfiltern eher die Konsistenz von dünnem Brei… 😉

Nach dem Durchziehen das Ganze durch ein sauberes Küchenhandtuch abfiltern und in Glasflaschen füllen. Je nach Menge kannst Du alles komplett in eine Flasche füllen oder Du verwendest mehrere kleinere. Das hat den Vorteil, dass Du länger etwas davon hast, da Kontakt mit Sauerstoff die Haltbarkeit herabsetzt, wenn Du die eine Flasche immer wieder zum Gebrauch öffnest…


Das abgefilterte Öl hält sich im Allgemeinen mindestens drei Monate. Das ist aber stark abhängig davon, wie das Öl aufbewahrt wird: je wärmer und heller, desto kürzer. Auch hier darfst Du selber ausprobieren – eines ist sicher: wenn das Öl nicht mehr gut ist, merkst Du das sehr deutlich an Geruch und Aussehen. Verlass Dich einfach auf Deinen gesunden Menschenverstand… 😉


Frühjahrskur – nicht ohne Löwenzahntee

Ein Kraut mit Bitterstoffen ist unverzichtbarer Bestandteil jeder Frühjahrskur. Die kann ich jedem nur ans Herz legen – vergiss Frühjahrsmüdigkeit und hol Dir frische Energie. Eine Frühjahrskur (am einfachsten in Form von Tee) kurbelt Deinen Stoffwechsel an, räumt im Körper mit dem auf was sich über den Winter angesammelt hat, bringt die Funktion aller Organe in Schwung und sorgt dafür, dass wir von gemütlichem Rückzug im Winter in den Kreativmodus umschalten…

Du brauchst:

  • Frische oder getrocknete Löwenzahn-Blätter und/oder Blüten
  • Gerne auch etwas von der Wurzel, frisch oder getrocknet
  • Heißes Wasser

So geht’s:
1–2 TL (getrocknet) oder die doppelte Menge frischer Blätter und Blüten mit 250 ml kochendem Wasser übergießen, 8–10 Minuten ziehen lassen, abgießen und am besten ungesüßt trinken.

Wenn Du gerne Deine persönlich für Dich ausgesuchte Frühjahrskur-Mischung direkt zu Dir nach Hause haben möchtest, dann melde Dich gerne bei mir oder schau auf meiner Seite vorbei 🌻



Getrocknete Löwenzahnblüten ohne Pusteblumen…

Wenn Du die sonnengelben Blüten des Löwenzahns auch außerhalb der Saison genießen möchtest, lohnt sich ein kleiner Vorrat. Allerdings hat das klassische Trocknen an der frischen Luft bei Korbblütlern wie dem Löwenzahn einen kleinen Nachteil: da das Trocknen relativ lange dauert, setzt der gleiche Prozess ein wie in der Natur: die Blüten werden zu Pusteblumen, und die sind als Tee dann nicht mehr nutzbar…

Es gibt einen kleinen Trick: Im Dörrautomaten lassen sich die Blüten besonders schonend, aber schnell trocknen. Dann behalten ihre Form und Farbe – und haben ein herrlich warmes Aroma. So kannst Du Dir ein kleines Stück Frühling im Glas bewahren. Und sie sind Bitterstoffe in ihrer mild-leckersten Form…


🟡 Löwenzahn auf einen Blick – Wildkraut mit Wirkung

🌿 Verwendbare Pflanzenteile:
• Junge Blätter (Frühjahr – vor der Blüte)
• Knospen (für Kapern)
• Blüten (z. B. für Sirup, Tee oder Deko)
• Wurzel (Herbst – für Tee, Tinktur, geröstet als Kaffeeersatz)

Inhaltsstoffe:
• Bitterstoffe (Taraxacin)
• Flavonoide
• Kalium, Magnesium, Calcium
• Vitamin A, C, K
• Inulin (besonders in der Wurzel – gut für die Darmflora)

💪 Wirkung:
• Anregend für Leber & Galle
• Verdauungsfördernd
• Entwässernd & leicht entgiftend
• Stärkend für das Immunsystem
• Unterstützend bei Frühjahrsmüdigkeit

🧺 Sammelzeit:
• März bis Mai (für Blätter & Knospen)
• Blütezeit: April bis Juni
• Wurzel: ideal im Herbst oder zeitigen Frühjahr

🧡 Tipp:
Sammle nur an unbelasteten Orten. Junge Blätter schmecken milder. Ernte mit Achtsamkeit – und lass der Natur immer etwas zurück. 🌱


Fazit: Wildpflanzen sind Einladung

Es wäre einfach super schön, wenn es Dir nach dem Lesen jetzt ein bisschen so ginge, wie mir beim ersten selbstgemachten Löwenzahnsalz: so ein „Oh wow, das hätte ich nicht gedacht“-Moment. Du schaust plötzlich anders auf diese gelb strahlenden Blüten, die den Frühling wie kleine Sonnen aus dem Boden lachen lassen… 😊💕

Löwenzahn in der Küche ist mehr als nur ein Trend. Es ist eine Rückverbindung – zu Natur, zu Dir selbst und zur Lust am Selbermachen. Kein Superfood aus Übersee, sondern ein Superfreund direkt vor Deiner Tür.


Call-to-Action:

Geh heute doch mal mit einem kleinen Körbchen nach draußen und schau, wo der Löwenzahn schon blüht.
Pflück ihn mit Respekt, verarbeite ihn mit Freude – und erzähl mir gern: Was ist Dein liebstes wildes Rezept?



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Eine Antwort zu „Löwenzahn-Ostern“

  1. […] Der Löwenzahn ist für eines der spannendsten Wildkräuter, die ich kenne. Seine wertvollen Inhaltsstoffe, z.B. Bitterstoffe, Flavonoide, Mineralstoffe wie Calcium und Kalium unterstützen unsere Gesundheit auf vielfältige Weise. Alles an ihm nutzbar – Blätter, Blüten, Wurzel und auch die Stängel. Außerdem ist er einfach richtig schön…. Mehr zum Löwenzahn und was Du damit alles anstellen kannst, findest Du auch hier. […]

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…darf sich auch meine Arbeit wandeln und entwickeln. All das, was ich so unheimlich gerne an andere Menschen vermittle, findet jetzt ein Zuhause unter einem gemeinsamen Dach:

Weil Deine Natur nicht Funktionieren ist – sondern Du selbst zu sein🌱

Und nicht immer so, wie andere Dich gerne hätten.

Ich renoviere und erweitere meine Kurse und sortiere meine Hexenküche neu. Wenn Du schon mal einen kleinen Einblick bekommen möchtest, was auf Dich wartet, dann komm doch einfach mal in meinem Uteversum vorbei – ein Klick auf das Bild bringt Dich direkt dorthin! 🌿