In unserer modernen Welt haben wir uns daran gewöhnt, dass uns Maschinen das Leben erleichtern. Sie nehmen uns Arbeit ab, sparen Zeit – und ja, manchmal fühlt sich das auch ganz bequem an. Aber hast Du Dich schon mal gefragt, was dabei verloren geht?
Jedes Mal, wenn eine Maschine für uns denkt oder handelt, verlernen wir ein kleines Stück davon, Dinge selbst zu tun. Unsere Hände, unser Kopf – alles, was uns eigentlich ausmacht – kommt immer weniger zum Einsatz. Und so schleichen sich mit der Zeit zwei Dinge ein: Bequemlichkeit und eine leise Abhängigkeit, die uns vielleicht gar nicht bewusst ist.
Wenn wir nicht mehr wissen, wie wir selbst etwas schaffen – sei es einen Tee aus losen Kräutern von Hand aufzubrühen, ein Brot zu backen, Gemüse selber zu ziehen, die Reifen am Auto zu wechseln, ohne Taschenrechner etwas auszurechnen, selber zu kochen statt ein Fertiggericht in der Mikrowelle aufzuwärmen – geben wir Stück für Stück unsere Selbstbestimmtheit aus der Hand.
Ich glaube fest daran, dass im Selbermachen eine besondere Kraft liegt. Es verbindet uns nicht nur mit dem, was wir tun – es erinnert uns auch daran, was wir können. Selbst zu erschaffen bedeutet, sich ein Stück Freiheit zurückzuholen.
Warum es sich lohnt, Dinge von Hand (oder im Kopf) zu erledigen
Den Geist jung halten
Jedes Mal, wenn wir unser Gehirn aktiv herausfordern – sei es durch Kopfrechnen, handschriftliches Schreiben oder kreatives Arbeiten mit den Händen – stärken wir unsere kognitiven Fähigkeiten. Das kann uns nicht nur flexibler im Denken machen, sondern möglicherweise auch langfristig vor geistigem Abbau schützen. Fitness fürs Gehirn sozusagen… 😉
Achtsamkeit im Tun
Wenn wir bewusst ohne technische Hilfe arbeiten, erleben wir den Moment intensiver. Der Widerstand des Teigs unter den Fingern, die Struktur des Papiers beim Schreiben, der Duft frischer Zutaten im Kochtopf, die kühle Lebendigkeit frischer Erde an den Händen, die Präzision unserer Gedanken, wenn wir im Kopf mit Zahlen jonglieren – all das holt uns aus der Automatisierung des Alltags heraus und schenkt uns mehr Präsenz. Es ist eine kleine Pause vom Autopilot-Modus.
Die Verbindung zum Ergebnis
Selbst etwas zu erschaffen gibt uns ein ganz anderes Gefühl für den Wert der Dinge. Es macht uns bewusst, woher etwas kommt, wie es entsteht, welche Mühe und Sorgfalt darinsteckt. Das ist nicht nur eine schöne Erfahrung, sondern fördert auch die Wertschätzung für das, was wir im Alltag oft für selbstverständlich halten.
Der Mensch ist ein Wesen, das gestalten, erschaffen und sich seine Umgebung nutzbar machen will. Wenn wir mit unseren Händen arbeiten oder unser Gehirn fordern, nutzen wir unsere natürlichen Ressourcen. Wir fühlen uns kompetenter, unabhängiger – und oft auch zufriedener. Denn am Ende ist es ein schönes Gefühl zu wissen: Ich habe das selbst gemacht.
Entschleunigung als Gegengewicht zur digitalen Welt
Die meisten Prozesse um uns herum sind auf Geschwindigkeit optimiert. Schneller, effizienter, automatisierter. Doch genau das kann uns manchmal das Gefühl nehmen, wirklich beteiligt zu sein. Etwas bewusst langsamer zu tun, kann daher ein echtes Geschenk sein. Es erinnert uns daran, dass der Prozess genauso wichtig ist wie das Ergebnis – und dass nicht immer alles in Rekordzeit erledigt werden muss.
Dankbarkeit für moderne Errungenschaften
Natürlich müssen wir nicht wieder anfangen, unsere Wäsche per Hand zu schrubben, mit Feder und Tinte zu schreiben oder Wolle von Hand zu spinnen… 😉 Aber ab und zu bewusst auf Technik zu verzichten, kann uns helfen, neu zu schätzen, was uns das Leben so viel einfacher macht. Die Waschmaschine, die in 30 Minuten erledigt, wofür früher Stunden nötig waren. Die Heizung, die uns auf Knopfdruck wohltuende Wärme schenkt, das Internet, das uns mit einem Klick unendlich viel Wissen zugänglich macht.
Diese „Alltagshelfer“ sind keine Selbstverständlichkeit. Viele Menschen auf der Welt haben nicht das Privileg, sie zu nutzen. Sich das bewusst zu machen, kann unsere Perspektive auf den Alltag und unsere Haltung zur Technik verändern.
Mehr Selbstständigkeit und Unabhängigkeit
Die Fähigkeit, Dinge selbst zu tun – sei es ein einfaches Handwerk, das Kochen ohne Fertigprodukte oder das Lösen eines Problems ohne Google – schenkt uns ein Gefühl der Unabhängigkeit. Wir sind nicht vollständig auf Maschinen oder Technik angewiesen, sondern wissen: Ich kann mir selbst helfen. Das stärkt nicht nur das Selbstbewusstsein, sondern gibt uns auch ein Stück Kontrolle über unser eigenes Leben zurück.
Wenn wir etwas selber machen, sind wir völlig frei in der Gestaltung. Wir können unserer Kreativität und unsere Vorstellungen freien Lauf lassen, alles darf, nichts muss. Wir allein bestimmen, wie wir etwas angehen, wie das Ergebnis aussieht. Und schließlich sagen zu können: „Das ist mein Werk“ ist ein richtig schönes Gefühl. 🌱
Wann hast Du das letzte Mal bewusst auf eine Maschine verzichtet und etwas mit Kopf oder Hand erledigt? Vielleicht ist heute der perfekte Tag, es einfach mal wieder auszuprobieren. 😊





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