Dass die Brennnessel eines meiner liebsten Wildkräuter ist, habt Ihr vermutlich inzwischen mitbekommen… 😉 Und ich bin immer am ausprobieren, wo ich sie noch in gewohnten Rezepten unterbringe…
Meine wilde Semmelknödel-Variante habe ich Euch ja schon vorgestellt – zu den Feiertagen waren jetzt Brennnessel-Spätzle dran.
Da hier bei mir dank knapp 700 Metern im Winter einfach nichts Frisches zu holen ist, hatte ich Anfang Oktober, als es nochmal richtig tolle Brennnesseln gab, mal versuchsweise welche eingefroren. Und das hat tatsächlich auch richtig gut funktioniert, sie ließen sich total gut verarbeiten (aber das nur nebenbei…)
Als Grundrezept habe ich mir ein Rezept für Spinatspätzle herausgesucht – eigentlich ist das Grundverhältnis bei Spätzle aber immer gleich: 1 Ei und 50 ml Wasser (bzw. andere Flüssigkeit) auf 100 gr. Mehl, Salz, Pfeffer.
Ich variiere gerne immer ein bisschen. Mal ein anderes Mehl, Vollkorn oder heller, gerne ersetze ich aber auch einen Teil des Mehls durch Nüsse oder Mandeln. Da würden sich natürlich auch feine Samen eignen, wie Brennnesseln, Breitwegerich oder auch Chia. Achte dann aber darauf, dass der Teig nicht zu fest wird, denn die Samen quellen noch etwas nach.
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Das darf rein:
- 200 g Dinkelmehl 630
- 50 g Dinkelvollkornmehl
- 50 g gemahlene, geröstete Mandeln
- 3 Eier (Größe M)
- Salz, Pfeffer
- ca. 150–250 ml mit Wasser fein pürierte Brennnesseln. Bei der Menge an Flüssigkeit arbeite ich aber ehrlich gesagt eher nach Gefühl – mit ein bisschen Übung merkst Du einfach, wann der Teig „richtig“ ist…
So geht’s:
- Als erstes habe ich die Brennnesseln mit Wasser püriert. Dazu habe ich die Brennnesseln kleingeschnitten, in den Mixer gefüllt und nach und nach so viel Wasser dazugegeben, bis ein dünnflüssiges Püree ohne Stückchen entstanden ist. (Was davon übrig war, habe ich für später eingefroren.)
- Die beiden Mehlsorten, die gerösteten Mandeln (ungeschälte übrigens), die Eier, Salz und Pfeffer habe in einer Schüssel locker gemischt.
- Anschließend kommt soviel von dem Brennnesselpüree dazu, bis ein dickflüssiger Teig entsteht. Er soll „schwer vom Löffel reißen“ – also von der Konsistenz so, dass er Dir in einer Spätzlepresse nicht einfach durch die Löcher fließt, sondern Du erst Druck ausüben musst. So entsteht dann das bekannte Aussehen von Spätzle. (Anmerkung am Rande: Man soll ja nicht sagen, dass man etwas bereut, aber da gibt es eine Sache, da tut es mir bis heute Leid, dass ich meine damalige Schwiegermutter nie darum gebeten habe: mir beizubringen, wie man Spätzle von Hand von einem Brett schabt. Denn die Dame hat wirklich herrliche Spätzle gemacht… 😋🌿)
- Den fertigen Teig habe ich dann ca. 1 Stunde ruhen lassen. Die Ruhe braucht der Spätzleteig, damit Mehl, Vollkornanteil und Mandeln ausreichend Flüssigkeit aufnehmen und der Teig gleichmäßig bindet. So wird er geschmeidiger und lässt sich besser verarbeiten.
- Leicht gesalzenes Wasser in einem großen Topf zum Kochen bringen.
Den Teig portionsweise durch eine Spätzlepresse ins Wasser drücken
(oder klassisch vom Brett schaben). - Die Spätzle 3–4 Minuten im heißen Wasser ziehen lassen, bis sie an der Oberfläche schwimmen.
- Spätzle mit einer Schaumkelle abschöpfen oder in ein Sieb abgießen. Ich habe sie nach dem Abtropfen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech gegeben, damit sie etwas abtrocknen – wenn Du sie direkt servieren möchtest, kann das auch entfallen. Ich habe die Spätzle auf Vorrat gemacht. Zwischendurch vorsichtig wenden, damit sie nicht zusammenkleben.
Die Brennnessel-Spätzle eignen sich natürlich als Beilage zu allem, wozu Du auch „normale“ Spätzle servieren würdest. 🍽️
Sie schmecken aber auch sehr lecker in Butter gebraten, mit ein paar gerösteten Zwiebeln und einem frischem Salat. Oder als Käse-Spätzle. Oder als Suppeneinlage… 😋🌿





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