Eichhörnchen-Energie statt Weihnachtswahnsinn
Was uns ein wuseliges Tier über Vorräte, Vorfreude und innere Ruhe verrät
Im Herbst raschelt es leise im Laub. Kleine Pfötchen, flauschiger Schwanz, flinke Augen. Ein Eichhörnchen flitzt durch den Garten, klemmt sich eine Nuss unter den Arm, stoppt, gräbt, verschwindet – und taucht wenig später an einem anderen Ort wieder auf. Ganz bei sich, ganz in seinem Element. Und dabei wirkt es trotz der Geschwindigkeit erstaunlich… gelassen.
Keine Checkliste, kein Countdown, kein Koffein in der Pfote.
Nur ein stilles Wissen: Jetzt ist die Zeit. Für Vorräte. Für Vorbereitung. Fürs Sammeln, was bald gebraucht wird.
Und wir?
Wir hetzen oft durch den Spätherbst wie durch einen Supermarkt am Samstag kurz vor Ladenschluss. Erst kommt das Laternenbasteln, dann „nur noch schnell der Adventskalender“, plötzlich ist Nikolaus, und ehe wir bemerkt haben, wie gemütlich es mit einer Kerze sein kann, wie lecker winterliche Gewürze schmecken, wie schön Eisblumen am Fenster sind, brennt der Baum – innerlich wie äußerlich.
Zwischen Lichterketten-Entwirrungsfrust und Weihnachtskarten-Schuldgefühl, zwischen Glühweinpflichtterminen, ausverkauften Wunschzettelideen und dem 17. Reminder an die WhatsApp-Gruppe „Was machen wir Silvester?“ – verliert sich leicht, worum es eigentlich geht.
Die Vorfreude, das Genießen, das Innehalten, das Kraft-Sammeln für das Neue.
Weihnachtsstress ist keine Naturgewalt.
Er passiert nicht einfach so. Er ist kein Sturmtief, das über uns hereinbricht. Er ist ein Konstrukt – gemacht aus Erwartungen, Perfektionsansprüchen, Kalenderüberfrachtung und einem tief verwurzelten Reflex, es allen recht machen zu wollen.
Wir haben aber eine Wahl.
🟠 Die Wahl, früher anzufangen.
🟠 Die Wahl, langsamer zu machen.
🟠 Die Wahl, weniger zu wollen – aber bewusster.
Mein Eichhörnchen-Clan im Garten legt schon seit September Vorräte an – was sich dann im Frühling überall an zahlreichen kleinen Haselstrauch- und -Eichenschösslingen zeigt… 😉
Vielleicht können wir uns ein wenig davon abschauen. Als kleine Einladung: Fang an, bevor es brennt. Mit dem ersten Tee. Dem ersten Lauschen auf das, was Dir wirklich wichtig ist. Nicht, was laut ist. Nicht, was von außen kommt. Sondern: Was will ich wirklich verschenken – von mir, von meiner Zeit, von meiner Energie?
Und was will ich dieses Jahr vielleicht nicht tun – ohne dass etwas fehlt?
Vorfreude braucht Raum.
Und der entsteht nicht durch „höher, schneller, schöner“, sondern durch aufmerksames Spüren. Was hat wirklich Bedeutung für Dich? Was tust Du, weil DU es tatsächlich so tun möchtest? Auf Rituale, die nähren – statt erschöpfen. Auf Begegnung statt Besorgung.
Vielleicht ist es ein handgeschriebener Brief statt eines Geschenks.
Vielleicht ist es ein Nachmittag ohne Termine – nur mit Zimtduft und Decke.
Vielleicht ist es das ehrliche „Nein“ zur hundertsten Einladung, damit das „Ja“ zu Dir selbst wieder spürbarer wird.
Das Eichhörnchen rennt nicht – es wuselt. Und das ist ein Unterschied.
Es weiß: Wenn ich gut sorge, muss ich später nicht hetzen.
Was wäre, wenn Du dieses Jahr Deinen eigenen Wintervorrat an innerer Ruhe anlegst?
Nicht alles auf einmal. Aber jetzt. Ganz leise. Mit Liebe.
Mit Eichhörnchen-Energie. 🐿️





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