Manchmal sind es die Tage, von denen man selbst nicht genau weiß, wohin sie führen, die am meisten überraschen. So einer war das – mein Wildkräuter-Kochkurs an der VHS am letzten Samstag. Mit meinen gesammelten Kräuterschätzen, ein paar vorbereiteten Kostproben und jeder Menge Vorfreude im Gepäck bin ich in den Kurs gestartet. Und ich kann Dir sagen: Das war nicht nur ein Tag in der Küche – das war eine super spannende Reise in die Welt der wilden Pflanzenwunder – mit tollen Menschen, die sich neugierig darauf eingelassen haben. 💕
Wilde Neugier statt Skepsis
Vier Teilnehmende hatten sich aufgemacht – zwei Frauen, zwei Männer, von Anfang 20 bis etwa 60 Jahre alt, eine bunt gemischte Truppe also. Innerlich hatte ich mich schon auf die klassischen skeptischen Fragen eingestellt, die meistens kommen: Kann man das wirklich essen? Ist das nicht gefährlich? Schmeckt das überhaupt? Ich ess‘ doch kein Unkraut…
Aber ich wurde dieses Mal positiv überrascht: Bevor ich richtig in meinen geplanten Vortrag über das „Warum sollte man Wildkräuter in seine Ernährung einbauen“ einsteigen konnte, kamen schon die ersten Fragen in Richtung praktische Umsetzung: Wie erkenne ich das? Was kann ich daraus machen? Wo finde ich das bei mir zu Hause? 😉So schön – das zeigt mir, dass bei immer mehr Menschen die Rückbesinnung auf unsere Verbindung der Natur in vollem Gange ist. Und es zeigt mir, dass ich mit meinem Anliegen auf dem richtigen Weg bin…
Ich habe es also bei einer relativ knappen Einführung belassen – die Präsentation, die ich eigentlich eingeplant hatte und das Zusatzmaterial bekommen meine Teilnehmer jetzt eben hinterher per Mail zugeschickt – und wir sind direkt in die Praxis eingestiegen.
Ich liebe diese Momente, wenn die leise Skepsis im Blick der Teilnehmenden dem Erstaunen darüber Platz macht, wie köstlich der „wilde“ Geschmack sein kann… Von „total lecker“, über „was für ein spannender Geschmack“ bis „hätte ich nie gedacht“ war alles dabei… 😊☀️
Wie ein riesengroßes Büffet…
Es gibt eine enorme Anzahl essbarer Wildkräuter, und es lässt sich so unglaublich viel daraus zaubern, so viel kann man in so einem Kurs gar nicht alles live zubereiten. Es soll ja auch noch ausgiebig Zeit zum Probieren bleiben. Also hatte ich mich dafür entschieden, einiges im Vorfeld vorzubereiten und dann mitzubringen. Zum Einen damit man mehr Auswahl hat, zum Anderen lassen sich so auch Pflanzen mit einbeziehen, deren Zeit jetzt schon vorbei ist – wie z.B. Veilchen, deren Blütezeit je nach Standort Ende März meist schon vorbei ist.
- Bärlauch-Löwenzahn-Öl
- Veilchensirup
- Fichtengelee
- Bärlauch-Oxymel
- Apfelsaft mit Waldmeister
- Löwenzahn-Salz
- Bärlauchpaste
- Wildkräuterpulver
Darüber hinaus haben wir natürlich gemeinsam den Kochlöffel geschwungen. Und das ist dabei herausgekommen:
- Wildkräuterquiche – mit Kohl-Kratzdistel, Brennnessel, Spitzwegerich, Löwenzahn, Giersch, Wiesenbärenklau und Dost, was mir eben beim Sammeln oder im Garten so begegnet ist
- Brennnesselrisotto – mit Brennnessel, etwas Zwiebel, Butter, Parmesan und sonst nix
- Kichererbsen-Aufstrich – mit Knoblauchsrauke, grüner Minze, Sesam und Zitrone
- Tannenspitzensalz – purer Waldgeschmack, bei dem Du die frische Luft fast schmeckst
Das Tolle an Wildkräutern ist, dass jedes seinen ganz eigenen, charakteristischen Geschmack hat. Intensiver und unverwechselbarer als bei jedem Kulturgemüse. Hier kannst Du dazu auch noch mehr nachlesen. Deshalb lässt sich mit einer Handvoll Wildkräutern aus jedem „gewöhnlichen“ Gericht etwas ganz Besonderes machen, ganz oft lassen sich manche Zutaten auch einfach durch Wildkräuter ersetzen. Es braucht keine komplizierten Rezepte, exotische Zutaten oder einen Schrank voller Gewürze. Wildkräuter sind unkompliziert und alltagstauglich – sie wachsen direkt vor unserer Haustür. 🌱
Gemeinsam entdecken, schmecken, staunen, genießen
Es war wie bei einer guten Party (die endet auch meist in der Küche… 😉): lauter Teller mit leckerem Essen, hier probieren, da versuchen, da ein bisschen abwandeln – und sich dabei prächtig unterhalten. Vor lauter Begeisterung haben wir alle völlig vergessen, ein paar Fotos zu machen, sonst könnte ich Euch das jetzt mal zeigen… 😊
Kein Menü ohne Dessert
Wildkräuter lassen sich nicht nur herzhaft zubereiten, wie man meinen könnte. Da gibt es ganz viele verführerische süße Möglichkeiten… Eine davon gab’s am Samstag. Die süßeste Versuchung seit es Fichten gibt: Fichtengelee – da schmeckst Du schon beim Frühstück die Frische und Klarheit des Waldes… 🌲
Ein toller Tag mit super netten und interessanten Menschen – für mich auf jeden Fall eine Bestärkung: Ich möchte diese kleine Reise in die Welt der wilden Küche unbedingt fortsetzen – immer dann, wenn sich Menschen finden, die Lust haben, mitzukommen.
Vielleicht bist ja Du vielleicht beim nächsten Mal dabei? 🌱💕





Hinterlasse einen Kommentar